„Liebe Stuttgarterinnen und Stuttgarter islamischen Glaubens,
zum Fest des Fastenbrechens am Ende des Ramadans möchte ich Ihnen eine gesegnete Zeit des Fastens, Betens und der Besinnung wünschen.
Für Sie bedeutet Ramadan eine Zeit der Reflexion, der Erneuerung und des Zusammenseins. Es ist eine Zeit, in der Gott für seine Segnungen gedankt wird durch wohltätige Arbeit.
Ich begrüße es, dass Sie das Fastenbrechen im Ramadan und das gemeinsame Ramadan-Fest im Stuttgarter Rathaus für Begegnungen und Dialog zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen nutzen. Diese persönlichen Begegnungen sind wichtig, um Ängste und Vorurteile in der Bevölkerung gegenüber Muslimen abzubauen. Die aktuelle Diskussion in den Medien zeigt, dass islamfeindliche Einstellungen leider sehr verbreitet sind. Als Stuttgarter Oberbürgermeister habe ich kein Verständnis für die unkritische Verbreitung der intoleranten und zum Teil rassistischen Äußerungen des Buchautors Thilo Sarrazin.
Sie haben den Fastenmonat im Sinne Ihrer religiösen Tradition abgeschlossen. Auf diese Weise geben Sie der Gesellschaft ein Beispiel des Gehorsams gegenüber Gott und der Selbstbeschränkung im Gebrauch der materiellen Güter dieser Welt.
Groß ist nun für Sie die Festfreude im Kreis von Verwandten und Freunden und in Ihren Vereinen.
Von ganzen Herzen wünsche ich, dass die Besinnung auf den Glauben dazu beiträgt, Spannungen zu überwinden, die in verschiedenen Teilen der Welt Christen, Muslime und andere Religionsangehörige entzweien. In Stuttgart wollen wir uns weiterhin gemeinsam für ein friedliches Zusammenleben und faire Teilhabechancen aller Bevölkerungsgruppen einsetzen. Möge der Fastenmonat Ramadan das vertrauensvolle Miteinander fördern!“


