In der Stadtbücherei im Wilhelmspalais spricht sie mit Kerim Arpad, dem Vorsitzenden des Deutsch-Türkischen Forums, über ihr Buch „Muslimisch – weiblich – deutsch! Mein Weg zu einem zeitgemäßen Islam“. Eintrittskarten für 5, ermäßigt 3 Euro können unter Telefon 216-5788 oder -5726 sowie per E-Mail unter stadtbuecherei.veranstaltungen@stuttgart.de reserviert werden.
Lamya Kaddor gehört zu einer neuen Generation von deutschen Muslimen. In ihrem mutigen, sehr persönlichen Buch kritisiert sie das Erscheinungsbild des Islam in Deutschland ebenso wie die Wagenburg-Mentalität der Nicht-Muslime. Als versierte Islamwissenschaftlerin glänzt Lamya Kaddor auch immer wieder mit ihren profunden Kenntnissen über den Islam und ist daher in der Lage, auch mit ausgebildeten muslimischen Theologen mitzuhalten. Daher kann sie es sich erlauben, den Stillstand der islamischen Theologie zu kritisieren. Sie fordert eine moderne Auslegung der islamischen Quellen, um diese Theologie in die heutige Zeit zu holen.
Dies demonstriert sie am Beispiel des islamischen Kopftuchs. In der Männergesellschaft von damals als Schutz für die Frau gedacht, erklärt sie es heute für obsolet: „Den Schutz meiner körperlichen Unversehrtheit übernehmen heute in Deutschland Recht und Gesetz“, schreibt sie, weist aber auch ausdrücklich darauf hin, dass sie die Freiheit jeder Frau respektiere, sich für oder gegen das Kopftuch zu entscheiden. Und sie appelliert an die Mehrheit der in Deutschland lebenden Muslime, nicht mehr zu schweigen und sich in die Debatten einzumischen, um dadurch an der Gesellschaft teilzunehmen. „Muslimisch-weiblich-deutsch!“ ist ein längst überfälliges Plädoyer für einen zeitgemäßen Islam.
Lamya Kaddor, als Tochter syrischer Einwanderer in Ahlen/Westfalen geboren, ist einer größeren Öffentlichkeit als Pionierin der islamischen Religionspädagogik und als Herausgeberin des ersten „Koran für Kinder und Erwachsene“ bekannt. Die Islamwissenschaftlerin berät die Politik, ist eine gefragte Referentin und spricht regelmäßig im „Forum am Freitag“ des ZDF.
Die Veranstaltung ist eine Zusammenarbeit mit dem Deutsch-Türkischen Forum Stuttgart e.V.


