Den Auftakt der sechsteiligen Konzertreihe über den „Humor in der Musik“ macht das Orchester der Landeshauptstadt unter Leitung seines finnischen Gastdirigenten Hannu Lintu am Donnerstag, 14. Oktober, um 20 Uhr im Beethoven-Saal der Liederhalle.
Das Programm des Abends behandelt verschiedene Facetten des Themas. Zu Beginn ertönt die Sinfonie Nr. 98 B-Dur von Joseph Haydn, dem Klassiker des instrumentalen Witzes. Das Finale dieser Sinfonie, die Haydn für seine erste Reise nach England 1791/1792 komponierte, nimmt den damaligen Konzertveranstalter und den Komponisten selbst aufs Korn: Da es damals noch nicht üblich war, die Orchester von einem Dirigenten leiten zu lassen, führten der Konzertveranstalter als Konzertmeister und Haydn am Cembalo die Musiker an. Beide musikalischen Leiter werden gegen Ende der Sinfonie auf überraschende Weise selbst „vorgeführt“. Ähnlich witzig ging Richard Strauss in der folgenden Burleske für Soloklavier und Orchester vor. Schon die Eingangsmelodie des Werkes überträgt er einem dafür eher ungewöhnlichen Instrument.
Solistin in Strauss’ virtuoser Burleske ist die polnische Pianistin Ewa Kupiec, seit Jahren immer wieder gern gesehener Gast des Orchesters.
Die Form seines Orchesterwerkes „Helix“, erläutert der Komponist und Dirigent Esa-Pekka Salonen, „lässt sich als Spirale oder Spule beschreiben, oder, wissenschaftlicher ausgedrückt, als Windungen auf einem Kegel. Das aus zwei Phasen bestehende Material wird durch ständig enger werdende konzentrische Kreise gedrückt, bis die Musik den Punkt erreicht hat, wo sie enden muss, weil sie keinen Raum mehr hat.“ Die Stuttgarter Philharmoniker spielen das dynamisch vorwärts treibende Musikstück an dritter Stelle ihres Programms.
Richard Strauss’ musikalische Komödie „Der Rosenkavalier“ wurde 1911 in Dresden uraufgeführt. Später entstand aus bekannten Themen der Oper eine selbstständige Orchestersuite. Die unterhaltsame Musik setzt einen walzerseligen Schlusspunkt des ersten Konzerts unter dem Motto „Humor in der Musik“.


