08.02.2011 Aktuelles
In der Genshagener Heide, südlich von Berlin, wurde im Herbst 1944 der nationalsozialistische Kriegsmusterbetrieb Daimler-Benz Genshagen zum Konzentrationslager für 1100 Frauen aus dem Lager Ravensbrück.
Der Autor Helmuth Bauer beschäftigt sich seit über zwei Jahrzehnten mit den Frauen aus Genshagen. Er stellt sein Buch “Innere Bilder wird man nicht los. Die Frauen im KZ-Außenlager Daimler-Benz Genshagen“ am Dienstag, 15. Februar, um 19 Uhr im (neuen) Stadtarchiv, Bellingweg 21, vor. Beim Termin anwesend ist die ehemalige Zwangsarbeiterin Alicja Kubecka aus Warschau.
In einer akribischen Spurensuche quer durch Europa hat er Frauen aus Ungarn, Polen, Frankreich, Russland, der Ukraine und aus Deutschland ausfindig gemacht. Er stellt ihre Biografien, Fotografien und Erinnerungen in den Kontext der Zwangsarbeit sowie des Umgangs des Unternehmens mit dieser Geschichte. Eine besondere Würdigung erfahren Edit Kiss und ihr Zyklus Deportation, den die ungarische Bildhauerin unmittelbar nach ihrer Befreiung gemalt hat.
Dr. Helmuth Bauer wurde 1943 geboren. Er studierte Literaturwissenschaft und Theaterarbeit und promovierte 1972 bei Walter Höllerer an der TU Berlin. Danach machte er eine Ausbildung zum Facharbeiter, 1981 bis 1985 war er Maschinenschlosser bei Daimler-Benz und Vertrauensmann sowie Mitglied der “Plakat-Gruppe“. Er war Mitautor des 1987 veröffentlichten “Daimler-Benz-Buchs“. Ab 1989 produzierte er Filme zur Zwangsarbeit bei Daimler-Benz und zu den Frauen von Genshagen. Bei der Präsentation im Stadtarchiv zeigt Helmuth Bauer Filmsequenzen aus seinen Fernsehproduktionen.


