Wer gerne Schäfchen zählt, hat derzeit auf dem Schaubauernhof der Wilhelma reichlich zu tun – zumal sich zu den Schäfchen noch einige Zicklein gesellen.
Sage und schreibe 50 Skudden, Kamerunschäfchen und Zwergziegen tummeln sich derzeit im Streichelzoo, darunter allein 26 Jungtiere, die in den letzten Wochen und Tagen geboren wurden. Und wer danach (hoffentlich) noch nicht genug von Ziegen hat, dem seien noch ein paar entfernte Verwandte aus den Rocky-Mountains ans Herz gelegt: die Schneeziegen auf der Bären- und Kletteranlage. Bei diesen wurde Ende April ebenfalls ein (fast) schneeweißes Schneezicklein geboren.
Ob der jüngste Nachwuchs von Schneeziege Mrs. Pommel und Schneeziegenbock Peterle männlich oder weiblich ist, ließ sich noch nicht feststellen. Aber gut geraten wie seine Eltern ist das Kleine in jedem Fall. Diese leben seit 2006 in der Wilhelma-Außenstation, dem Tennhof, wo sie jedes Jahr Nachwuchs bekamen. Als es 2009 sogar Zwillinge wurden, wollte man diese den Besuchern nicht vorenthalten: Das bislang auf der Bären- und Kletteranlage lebende kinderlose Schneeziegenpaar zog auf den Tennhof, die Kleinfamilie von dort in die Wilhelma um. Mit dem jüngsten Zicklein ist die Familie auf fünf Köpfe angewachsen, denn auch die beiden älteren Geschwister leben noch im Felshang neben den Steinböcken und Braunbären. Hier fühlen sich die näher mit Gämsen als mit echten Ziegen verwandten Tiere fast wie in ihrer Heimat, den Rocky Mountains, wo die Überlebenskünstler in kargen Hochgebirgen bis 4000 Meter Höhe vorkommen. An Fressbarem begnügen sie sich mit Gräsern, Blättern, Moosen und Flechten, gegen die Kälte schützt sie ein langer weißer Winterfellmantel. Diesen streifen sie im Sommer nach und nach an Felsen und Bäumen ab, weshalb die Tiere in dieser Zeit ein wenig „gerupft“ aussehen können.
Ein buntes Kontrastprogramm zu den Schneeziegen bietet der Streichelzoo auf dem Schaubauernhof mit seiner kunterbunten Mischung aus braun-schwarz-weißen Zicklein und Schäfchen. 26 davon wurden erst vor Kurzem geboren! Und wer wie sie im Streichelzoo auf die Welt kommt, hat eine wichtige Aufgabe zu erfüllen: die Kontaktanbahnung und -pflege zwischen Mensch – vor allem Kind – und Tier. Ein Auftrag, dem die zutraulichen Herdentiere gerne nachkommen. Zumal sie für ihre Dienste reichlich entlohnt werden: mit Spezial-Snacks aus den Futterautomaten vor Ort – was den Streichelzoo zum einzigen Ort in der Wilhelma macht, an dem Füttern erlaubt ist. Hat ein Tier das Schnäuzchen voll oder schlicht keinen Bock mehr, kann es sich aber jederzeit in unzugängliche Gehegebereiche zurückziehen. Übrigens: Auch als „Rasenmäher“ können vor allem Skudden und Kamerunschafe gute Dienste leisten. Und damit der Streichelzoo angesichts des jährlichen Babybooms nicht aus allen Nähten platzt, gibt die Wilhelma immer wieder Tiere ab – allerdings nur in gute Hände, die geeignete Haltungsbedingungen und Erfahrung vorzuweisen haben.